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Wallfahrtskapelle Windhausen

Die Kapelle der "Schwarzen Madonna" von Windhausen ist ein regional bekannter und viel besuchter Wallfahrtsort.

Die Überlieferung berichtet von dem Pächter eines Hofgutes bei Schloss Schöneck namens Peter Becker, der um das Jahr 1775 bei der Schwarzen Muttergottes auf der Karthause bei Koblenz Heilung von einer schweren Krankheit suchte. Sein Gebet fand Erhörung, er wurde gesund. Zum Dank baute er in Windhausen eine kleine Kapelle aus Holz, in der er nach dem Vorbild der Karthause eine Marienfigur aufstellte. Nach mündlichen Überlieferungen wird nun von Wundern und Zeichen berichtet, die sich dort zugetragen haben sollen. Eine welke Lilie in der Hand der Muttergottes trieb neue Blüten; bei einer Andacht des Peter Becker mit anderen Betern erstrahlte die Marienfigur in hellem, übernatürlichem Licht. Heilungen sollen vorgekommen sein.

Ein Junge aus Boppard, Richard Kuns, sei von einer Lähmunm befreit worden. Ein Blinder habe das Augenlicht wieder erhalten, und von einem geheilten Mädchen aus dem benachbarten Dorf Ney wurde noch lange eine Krücke in der Kapelle aufbewahrt.

Diese Wunderberichte lösten einen großen Zulauf zu dem Heiligenbild in Windhausen aus. Das  veranlasste Peter Becker im Jahre 1790 eine neue und größere Kapelle zu bauen. So standen nun zwei Bethäuser in Windhausen. Doch plötzlich zogen Gefahren für den kleinen Wallfahrtsort auf. Die sogenannte "kurfürstliche Aufklärung" suchte die Wallfahrten zu unterbinden. Selbst kirchliche Stellen standen dem Gnadenort skeptisch gegenüber. Das Generalvikariat Trier gab dem damaligen Pfarrer in Herschwiesen Weisung, dem Hofbeständer zu verbieten, in der Kapelle Opfer zu sammeln und Votivtafeln aufzuhängen. Das Marienbild sei in die Pfarrkirche zu übernehmen. Pfarrer Burret berichtete daraufhin, die Kapelle sei Privateigentum des Peter Becker und dieser habe die Figur in seine Wohnung genommen.

Als die Franzosen ab 1794 das Rheinland besetzten, wollten auch sie den Wallfahrtsort Windhaussen beseitigen. Unter dem Vorwand, in Windhausen werde von fanatischen Priestern mit dem Marienkult ein böses Spiel getrieben, wurde der Kommisar Schaak aus Boppard angewiesen, mit einer Kompanie Soldaten die Kapelle zu zerstören. 

Die Hofleute in Windhausen hatten jedoch rechtzeitig die Gefahr erkannt und die größere Kapelle durch Lagerung von Heu und Stroh in eine Scheune verwandelt. Sie stellten das Gesuch, das Gebäude zu schonen. Dem wurde stattgegeben, so dass nur die alte, kleinere Kapelle geschleift wurde. Das Marienbild hatte man in einem Nachbardorf versteckt, Gendarmen machten es aber ausfindig und brachten es nach Koblenz.

Diese aktenkundigen Angriffe gegen den Wallfahrtort Windhausen sind in Legenden reichlich ausgeschmückt worden. Wir hören, dass Peter Becker mit dem Marienbild in den Wald unterhalb von Schloss Schöneck geflohen war und die Figur vergraben wollte. Beim Ausschaufeln fand er in der Erde ein Kruzifix; und aus dem Loch sprudelte eine Quelle, deren Wasser später vielfach als Heilwasser verwendet wurde.

Peter Becker barg das Bild in einer hohlen Eiche, die bei einem Unwetter vom Blitz getroffen wurde und so sei das Marienbild vollständig geschwärzt worden. Weiter wird berichtet, beim Abbruch der Kapelle sei ein französischer Soldat ums Leben gekommen. Als er den Pickel auf das Mauerwerk setzte, sei dieser zurückgeprallt und habe ihn erschlagen.

Unter Kaiser Napoleon I. lockerten sich die kirchlichen Anfeindungen. In Windhausen wurde die Gnadenkapelle wieder hergerichtet und eine Marienfigur aufgestellt, die nach dem Vorbild der ersten schwarz gestrichen wurde. Die Wallfahrten lebten wieder auf, stärker als zuvor.

Peter Becker starb im Ruf großer Frömmigkeit am 3. März 1806 im Alter von 70 Jahren.