Geschichte der Pfarrkirche St. Pankratius in Herschwiesen

Wahrscheinlich hat schon im 10. Jahrhundert in Herschwiesen eine Kapelle gestanden, die zur Pfarrei Boppard gehörte und 992 mit dieser von Kaiser Otto dem III. dem Martinsstift zu Worms geschenkt wurde. 1241 wird die Herschwiesener Kirche urkundlich erwähnt, ebenso 1475 bei einer Visitation des Bistums.

Aufgrund der angewachsenen Bevölkerung im Niederkirchspiel drängte der damalige Pastor Matthias Metzen auf einen Neubau, der am 10. Juni 1744 von dem Tierer Kurfürsten und Bischof Franz Georg von Schönborn genehmigt wurde. Die Bauarbeiten wurden 1744 bis 1746 unter Verwendung von Steinmaterial des Altbaus nach der Planung und unter der Leitung von Baumeister Johann Neurohr aus Tirol durchgeführt. Am 26. September 1747 wurde die neue Pfarrkirche eingesegnet. Die Baukosten beliefen sich auf 8162 Reichstaler, 28 Albus und 2 Pfennig.

Die Kirche ist mit einem großartigen Ziborienaltar nach dem Typ des Hochaltars im Wormser Dom von Balthasar Neumann ausgestattet. Bemerkenswert ist ebenso die 1783 vom Orgelbauer Peter Senff aus Koblenz gefertigte Orgel. Die 14 Stationsbilder des Kreuzweges, die zunächst in der Koblenzer Karmeliterkirche hingen, stammen von Januarius Zick aus Koblenz.

Die barocke Pfarrkirche befindet sich in einem Ensemble mit dem Pfarrhaus, dem Wirtschaftsgebäude mit Scheune und Stall sowie dem Pfarrgarten, umschlossen von einer großen Bruchsteinmauer in der Dorfmitte von Herschwiesen.